Aktuelle Kurzberichte

Archiv 2001/2002

 

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Nachrichten aus der Trappenstation Dévaványa

In der in Ostungarn gelegenen Naturschutzstation Dévaványa wird seit Jahrzehnten praktischer Großtrappenschutz betrieben. Details dazu können bei KUPRÉ (1996) sowie FARAGÓ (1996) nachgelesen werden. 
2002 wurden von den Mitarbeitern der Station 47 Trappeneier aufgenommen, von denen 10 unbefruchtet waren. 34 Küken schlüpften in den Brutkästen. Leider starben davon bei der Aufzucht 24 Exemplare an Magen- bzw. Verdauungsproblemen. 
Begonnen hat man in Dévaványa mit dem Bau eines 200(!) Hektar großen Zuchtgeheges. Da die bisherigen Auswilderungsbemühungen weitgehend ohne Erfolg geblieben sind, setzt man jetzt auf den Ausbau einer Zuchtherde. Man erhofft sich für die erfolgreiche Fortpflanzung u.a. auch Besuche von Hähnen des Freilandbestandes in diesem Gehege und insgesamt weitgehend natürlich heranwachsende Jungtrappen, die dann selbstständig das Gehege verlassen und den Wildbestand stärken. Ähnlich wie es nach 1990 wiederholt im Gehege bei Buckow, allerdings nur 12 Hektar groß, erfolgreich verlaufen ist. 
Dr. P. Mödlinger

Siehe auch: Die Großtrappe in Ungarn

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Juli 2002: Gutes Ergebnis der Großtrappenaufzucht in der Vogelschutzwarte Buckow

Jahr

Anzahl der aufgenommenen Eier

Befruchtete Eier ( %)

Geschlüpfte Küken (%)*

In der Station aufgezogene Küken (%)

Aufzuchtrate im Bezug zur Anzahl befruchteter Eier (%)***

1998

45

36 (80,0)

24 + 2 ** (72,2)

17 (70,8)

52,8

1999

49

39 (79,6)

27 + 4 ** (79,5)

23 (85,2)

69,2

2000

40

37 (92,5)

21 + 6** (73,0)

16 (76,2)

59,5

2001

55

44 (80,0)

26 + 5 ** (70,5)

22 (84,6)

61,4

2002

54

47 (87,0)

27 + 6 ** (70,2)

24 (88,9)

63,8

* ) % bezogen auf die Anzahl der befruchteten Eier

**) + n Küken schlüpften nach Gelegetausch unter Trappenhennen im Außengehege und wurden dort von den Hennen aufgezogen.
Wegen der hohen Gelegeverluste durch Rabenvögel ist der Austausch von Gelegen gegen Holzeier und der Rücktausch der künstlich bebrüteten Eier kurz vor dem Schlupf unter die Bruthenne im Außengehege leider erforderlich.
Wesentlich besser wären ungestörte Bruten, denn die Risiken beim Gelegetausch sind groß, z.B. ist die Kunstbrut im Vergleich zur Naturbrut weniger optimal oder die Hennen verlassen wegen der Störungen die Gelege.

*** Die Aufzuchtrate enthält die Küken, die in der Vogelschutzwarte vom Personal aufgezogen wurden und die Jungtrappen, die nach Gelegeaustausch aus künstlich bebrüteten Eiern im Außengehege geschlüpft sind und dort von Hennen aufgezogen wurden.

Die künstliche Brut und Kükenaufzucht in der Vogelschutzwarte wird vom Förderverein Großtrappenschutz e.V. mit zwei erfahrenen Arbeitskräften durchgeführt.

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Juni 2002: Erfolgreicher Einsatz des Fördervereins in der Nordmongolei

Seit 2001 läuft ein Projekt zur Datensammlung über die Brutbestände, Habitatnutzung und Nachwuchsrate der Großtrappen in der Mongolei. Partner des Projektes sind der Biologe N. Batsaichan von der Universität Ulan-Bator und der Förderverein Großtrappenschutz e.V. Eine mehrwöchige Suchaktion (etwa 2.600 km Fahrstrecke) von N. Batsaichan, M. Borchert, Dr. B. & H. Litzbarski und H. Watzke erbrachte u.a. folgende Ergebnisse:

Tal des Teeg nördlich des Ortes Chischig-Oendoer, 1.200 - 1.300 m NN (zwischen 48° 21,531´ Nord; 103° 23,873´Ost und 48° 24,391´ Nord; 103° 19,829´ Ost)

Zwischen dem 06.06. und 12.06. wurde ein Bestand von mindestens 44 Großtrappen (18 Männchen, 26 Weibchen) ermittelt. Sieben Gelegefunde: 5 x 3 Eier, 2 x 2 Eier. In diesem Gebiet hat Bathsaichan seit der Brutzeit 2000 mehrfach die Bestandszahlen kontrolliert, jedoch keine Gelegestandorte ermittelt.

Tal ohne Ackerbau bei Unit (49° 08,168´ Nord; 102° 49,371´Ost , um 1.100 m NN)

13.06.02: 1 Weibchen

Ackerbaugebiet nördlich des Selenge bei Hutag-Oendoer (49° 23,608´ Nord; 102° 43,410´ Ost, um 950 m NN)

14.06.02: 1 ad. Männchen, 1 Weibchen
1 ad. Männchen, 3 Weibchen am Nest in einem Seitental
Die Nestmulden enthielten 0, 2, 3 Eier.

Ackerbaugebiete am Airchan Nuur (49° 36,720´ Nord; 102° 40,485´ Ost, um 950 m NN)

15.06.02: 1 Männchen balzend

Ackerbaugebiet bei Tarialan (49° 33,514´ Nord; 101° 59,425´ Ost, um 1.100 m NN)

15.06.02:

4 ad Männchen am Zulegt Gol im Westteil des Gebietes

15./16.06.02: 2 ad (balzend), 1 immat Männchen

2 Weibchen (davon ein Exemplar am 16.06. morgens auffällige Nistplatzsuche)

Ackerbaugebiet bei Jargalant (49° 02, 332´ Nord; 104° 29,145´ Ost, um 1.058 m NN)

17.06.02: 

1 ad, 5 immat Männchen

8 Weibchen (davon eine Henne auf einem Zweier-Gelege)

Den ausführlichen Bericht zu den Untersuchungsergebnissen können Sie hier einsehen.

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Synchronzählung der Großtrappen in Ungarn

In der Zeit vom 5. bis 7. April und 12. bis 15. April 2002 haben Synchronzählungen der Großtrappen in Ungarn einen Bestand von 1192 Exemplare ergeben, bei einen Geschlechterverhältnis von 1:1,55
Damit wurde eine gute Übereinstimmung zu den vorhergehenden Zählungen erreicht: 2000: 1106 und 2001: 1162 Exemplare).
Dr. P. Mödlinger

Siehe auch: Die Großtrappe in Ungarn

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Frühjahrsbestand 2002 der Großtrappen in Deutschland

Die von der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburgs organisierten Zählungen ergaben im März 2002 folgende Ergebnisse:

Baruther Urstromtal (Fiener Bruch und Belziger Landschaftswiesen):

Mindestens 13 Männchen und 23 Weibchen.
Davon waren 10 Männchen und 14 Weibchen beringt, wurden also in der Vogelschutzwarte Buckow aufgezogen und jährlich seit 1998 in den Belziger Landschaftswiesen ausgewildert. .

Havelländisches Luch:

8 Männchen und 23 Weibchen. Davon waren 4 Männchen und 9 Weibchen beringt. Die beringten Exemplare stammen aus der künstlichen Aufzucht und wurden bis 1997 im Havelländischen Luch ausgewildert.
Der Frühjahrsbestand 2001 umfasste 9 Männchen, 25 Weibchen. Bis zum März 2002 sind davon 3 Weibchen in der Brutzeit und weitere 2 Weibchen im Dezember verschwunden sowie eine junger Hahn (Jahrgang 1999) in die Belziger Landschaftswiesen umgesiedelt. Ob diese Umsiedlung entgültig ist, bleibt abzuwarten, da sich das Exemplar inzwischen kurzzeitig wieder im Havelländischen Luch aufgehalten und dann zurück in die Belziger Landschaftswiesen geflogen ist.
Der Förderverein Großtrappenschutz e.V. unterstützt die regelmäßige Überwachung des Bestandes personell und durch regelmäßige Bereitstellung eines Fahrzeuges.

A. Eisenberg

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Zählung der Großtrappen im Winterquartier in der Südukraine

22. bis 28.01. und 01. bis 03. März 2002: 5.876 Großtrappen wurden in den südlichen Bereichen der Bezirke Cherson und Saporoshe sowie auf der Krim/Ukraine gezählt.
Kontrolliert wurden in diesem Zeitraum 105 Quadranten a 10x10 km (10.500 km²).
Organisiert wurde die Zählung von Jura Andriushchenko (Ornithologische Station der Asowo-Schwarzmeer-Region /Melitopol), finanziert durch den Förderverein Großtrappenschutz e.V.

Mit den ersten Ergebnissen der Satellitentelemetrie von Großtrappen in der Region Saratov durch den Förderverein Großtrappenschutz e.V. wurde deutlich, dass wahrscheinlich die Masse der über 6000 Großtrappen dieser Region im Süden der Ukraine überwintert.
Seit 1999 bemüht sich J. Andriushchenko mit 6-8 Helferteams im Rahmen großflächiger Zählungen in den Monaten Januar-März die Winterbestände zu erfassen. In den Jahren 2000 und 2001 hat der Förderverein die Zählungen nicht nur finanziell, sondern auch personell mit je einer Zählergruppe unterstützt.
Im Februar 2001 wurde auf 317 Quadranten (31.700 km²) insgesamt 4.680 Großtrappen gezählt, das nach 2002 größte Ergebnis. 2001 hielten sich die Großtrappen in 41 Quadranten (13 %) und 2002 in 34 Quadranten ( 36 %) auf. Die durch die Zählungen übermittelten Schwerpunkte der Überwinterung decken sich mit den Ergebnissen der Satellitentelemetrie.
Der Gesamtbestand der überwinternden Großtrappen wird von J. Andriushchenko auf 7.000-8.000 Exemplare geschätzt.

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Nachwuchsrate der Großtrappen 2001 in Deutschland

Von dem Nachwuchs des Jahrgangs 2001 haben folgende Jungtrappen den Jahreswechsel erreicht:
1 junges Weibchen in den Belziger Landschaftswiesen
3 junge Weibchen im Havelländischen Luch
5 Männchen und 4 Weibchen, der in den Belziger Landschaftswiesen ausgewilderten Jungtrappen.
Insgesamt also ein Zuwachs 13 Jungtrappen, 5 Männchen und 8 Weibchen

A. Eisenberg

 

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