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Aktuelle Kurzberichte

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Ergebnisse der Aufzucht von Jungtrappen 2007

Die Staatliche Vogelschutzwarte Brandenburgs und der Förderverein Großtrappenschutz e.V.
haben 2007 gemeinsam die Gelegesicherung und -aufnahme sowie die künstliche Brut, Aufzucht und Auswilderung weitergeführt.
Die Bedeutung dieser Teilleistung im Rahmen des Schutzprojektes Großtrappe ergibt sich aus der zu geringen Nachwuchsrate des Bestandes (siehe oben).
Im Jahre 2007 wurden 65 Großtrappen-Eier aus dem Freiland aufgenommen (62 Stck. Havelländisches Luch, 3 Stck. Fiener Bruch).
Die Befruchtungsrate lag bei 89,2 %.
Aus 58 befruchteten Eiern schlüpften 38 Küken, von denen 26 aufgezogen wurden.
19 intakte Jungtrappen wurden zur Auswilderung in die Belziger Landschaftswiesen
und das Fiener Bruch geschafft.

 

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Weiterhin positive Bestandsentwicklung

Bei den Großtrappen hält die erfreuliche Bestandszunahme weiter an.
Die Zählungen im Winter 2006/07 und die Auswertung der Kennringablesungen ergeben zum Beginn der Fortpflanzungsperiode 2007 in Deutschland einen Bestand von 110 Großtrappen.
Sie verteilen sich wie folgt auf die drei Einstandsgebiete:

Fiener Bruch (Sachsen/Anhalt, Brandenburg): 21 Exemplare (10 Männchen, 11 Weibchen)
Belziger Landschaftswiesen (Brandenburg):    30 Exemplare (10 Männchen, 20 Weibchen)
Havelländisches Luch (Brandenburg):             59 Exemplare (25 Männchen, 34 Weibchen)


Die Bestandserhebungen werden in Zusammenarbeit zwischen der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburgs und dem Förderverein Großtrappenschutz e.V. organisiert und finanziert.
Zur Stabilisierung der Bestandssituation bei den Großtrappen sind derzeit folgende
Fördermaßnahmen unerlässlich:

  • aufwendige Bemühungen zur Minderung der extrem hohen Gelege- und Kükenverluste durch Prädation,

  • jährliche Auswilderung von handaufgezogenen Jungtrappen,

  • Kartierung der Gelegestandorte und Absprachen mit den Flächenutzern zur Einschränkung von Gelege- und Kükenverlusten durch landwirtschaftliche Arbeiten.

Der Förderverein engagiert sich personell und finanziell in diesen Schwerpunkten des Großtrappenschutzprojektes.

 

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Wiedereinbürgerung der Großtrappen in England


Im Jahre 1998 begann eine Arbeitsgruppe unter DAVID WATERS (www.greatbustard.com) zu recherchieren, welche Möglichkeiten es zur Wiedereinbürgerung der Großtrappen in England gibt. Die Art ist dort etwa 1840 ausgestorben.
Ab 2004 nimmt die Great Bustard Group in der Region Saratov östlich der Wolga Gelege der Großtrappe auf, brütet die Eier aus und zieht vor Ort die Jungtrappen auf. Das Unternehmen  erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Akademieinstitut für Ökologie und Fragen der Evolution (Leitung: Dr. A. KRUSTOV).
Damit der örtliche Bestand der Großtrappe durch die Aufnahme der Gelege nicht gefährdet wird, werden ausdrücklich nur Gelege genommen, die beim wiederholten Pflügen der Bracheflächen ohnehin verloren gehen. Die Erfahrungen der englischen Kollegen und unsere eigenen Untersuchungsergebnisse aus dieser Region (1998-2000) zeigen, dass die bei der Brachenbearbeitung von den Maschinisten „eingerichteten“ Schutzzonen um die Trappengelege häufig leider keinen Erfolg bringen.

brütende Trappe in Russland
Schutzzone um eine brütende Großtrappe auf bearbeiteter Brache in Russland

Bisher wurden 2004-2007 insgesamt 69 Jungtrappen nach England geholt. Davon leben aktuell noch 24. Im Jahre 2007 wurde die erste Brut nachgewiesen!  Die Eier waren jedoch unbefruchtet, denn noch sind die Hähne zu jung.
Die gut sichtbaren Flügelmarken und ein dichtes Netz von Beobachtern erlauben einen ordentlichen Überblick über den Aktionsraum der ausgewilderten Tiere. Seit 2006 werden die Jungtrappen auch mit Sendern versehen.

Die Wiedereinbürgerung erfolgt im Salisbury Plain, einem 45 000 ha großen, intensiv genutzten Übungsgelände der Armee. Neben ausgedehntem Ödland prägen Schaf- und Rinderweiden sowie Ackerflächen diesen Lebensraum, den sich die Großtrappen künftig u.a. mit Arten wie Großem Brachvogel, Triel und Wiesenweihe teilen werden.

Salisbury Plain
Salisbury Plain

quarantänestation
Quarantänestation (vorn) und im Hintergrund das Auswilderungsareal im Salisbury Plain

Der Verein, der dieses Projekt trägt, hat in der Region starken Zuspruch. Er zählt bereits 700 Mitglieder und zahlreiche Sponsoren unter den regionalen Firmen.

Das Vorhaben wird vom intensiven, ehrenamtlichen Engagement  der Projektleitung vorangetrieben, die einen langen, besser jahrzehntelangen Atem benötigt, um zum Erfolg zu gelangen.

 

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Aktuelle Angaben zur Verbreitung der Großtrappen in der Türkei

Unser Vereinsmitglied und Mitarbeiter der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburgs Torsten Ryslavy hat sich im Zusammenhang mit der Ausarbeitung der Gebietskulisse für Europäische Vogelschutzgebiete in der Türkei im türkischen Umweltministerium und bei türkischen Naturschutzverbänden aufgehalten. Er konnte bei dieser Gelegenheit aktuelles Material zum Vorkommen der Großtrappen in der Türkei einsehen und zusammen mit türkischen Kollegen auch einige der Gebiete aufsuchen.

Eine Auswahl der Materialien wird unter folgendem Link vorgestellt:

Die Großtrappe in der Türkei

 

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Neues vom Großtrappenschutz in Ungarn

Nach einem Informationsbesuch einiger englischer Trappenexperten unter Leitung von David Waters im Mai 2007 in Deutschland haben Astrid Eisenberg und Dr. H. Litzbarski vom Förderverein Großtrappenschutz e.V. die Kollegen nach Ungarn begleitet.
Hier konnten Informationen über einige neue Projekte gesammelt werden.
Im Kiskunság Nationalpark läuft zur Zeit ein mehrjähriges EU-Life-Projekt zum Schutz der Großtrappen. Es beinhaltet umfangreiche Flächengestaltungen in wichtigen Fortpflanzungsarealen der Großtrappe. Dazu gehört die Umwandlung störungsreicher Ackerflächen in Dauergrünland mit Luzerneeinsaat, als störungsarme Brutflächen mit wertvoller, ganzjährig nutzbarer Äsung für die Großtrappen. Bei der Anlage der Flächen wird auch ein verminderter Deckungsgrad der Vegetation angestrebt.
Zum Projekt gehören außerdem aufwendige Kartierungen der Gelegestandorte und telemetrische Untersuchungen über die Aktionsräume der Trappenweibchen.

Grosstrappenlebensraum in Ungarn

Im Trappeneinstandsgebiet Dévaványa-Bihar (siehe Karte), wird den hohen Gelege- und Kükenverlusten durch Raubwild durch eine 400 ha(!) große Einzäunung begegnet.
Eine bemerkenswerte Anlage, wenn man bedenkt, dass in Deutschland die fünf Schutzzäune nur eine Fläche von knapp 70 ha absichern.

Im Zentrum des Brutareals gelegen, ergibt diese Maßnahme eine bestandserhaltende Nachwuchsrate für diese Fortpflanzungsgemeinschaft.

trappenzaun
Der Schutzzaun ist knapp 2 m hoch und über dem Boden mit Stromleitungen gesichert.

Die folgenden Infotafeln (Fotos H. Litzbarski) stammen aus dem Besucherzentrum Dévaványa. Sie zeigen die Verbreitung der Großtrappen in Ungarn und die Bestandsentwicklung der Art (rot: Gesamtbestand, blau: Dévaványa).

Besucherzentrum Devavania - Infotafel 1

Besucherzentrum Devavania - Infotafel 2

 

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