Aktuelle
Kurzberichte
Archiv 2008
[zurück]
[home]
Exkursionstermine zur Großtrappenbalz
Zur
Zeit der Großtrappenbalz in den Monaten April
und Mai 2008 ist an den Wochenenden das Informationszentrum der
staatlichen Vogelschutzwarte Buckow von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr mit
auskunftsfreudigen Mitarbeitern des Födervereins Großtrappenschutz e.V.
besetzt. Am Pfingstmontag, 12.05.2008, ist das Ausstellungshaus geschlossen.
Der Förderverein Großtrappenschutz e.V. und die Staatliche Vogelschutzwarte bieten Führungen zur Balz der
Großtrappen an folgenden Tagen an:
Sonntag 06.04.2008
Mittwoch 16.04.2008
Mittwoch 30.04.2008
Freitag 09.05.2008
Sonnabend 17.05.2008
Treffpunkt ist jeweils der Parkplatz an der Staatlichen
Vogelschutzwarte in Nennhausen OT Buckow um 17.00 Uhr. Der Platz auf den Aussichtstürmen ist nur begrenzt, deshalb ist unbedingt eine Anmeldung erforderlich. Es sind zum Teil nur noch wenige Plätze frei.
Anmeldung: Förderverein Großtrappenschutz
e.V.
Dorfstr. 34
14715 Nennhausen OT Buckow
Tel: 033878/60257 Fax: 033878/60600
e-mail: info@grosstrappe.de
[zurück] [home] [nach oben]
Neue Publikation des Fördervereins Großtrappenschutz e.V.
Mitglieder des Fördervereins Großtrappenschutz e.V. haben 1998-2000
mit Unterstützung der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt/Main und in
Zusammenarbeit mit Kollegen aus Russland in der Region Saratov
Untersuchungen über die dortigen Großtrappenvorkommen durchgeführt.
Es wurden Basisdaten gesammelt zur Beurteilung
des Lebensraumes, der Bestandsgröße und Nachwuchsrate sowie über die
Wanderungen der Großtrappen mit Hilfe der Satellitentelemetrie.
Die Ergebnisse der dreijährigen Untersuchungen sind in einer Broschüre
zusammengefasst, ergänzt mit sensationellen Zählergebnissen aus den
Winterquartieren in der Ukraine und Befunden über ukrainische
Großtrappenbrutbestände und ihre Lebensräume auf der Krim.
Great Bustards in Russia and Ukraine
Bustard Studies Volumen 6 (2007)
Herausgeber: Heinz Litzbarski & Henrik Watzke
138 Seiten, 50 Fig., 20 Tab., 24 Farbfotos
Preis: 15,- €
Bezugsquelle:
Förderverein Großtrappenschutz e.V.
Buckower Dorfstr. 34
14715 Nennhausen, OT Buckow
info@grosstrappe.de
Tel.: 033878 60194
Fax: 033878 60600 |
|
[zurück] [home] [nach oben]
Hohe Verluste durch Prädation
verhindern seit Beginn der 1990er Jahre eine bestandserhaltende
Nachwuchsrate bei den Großtrappen. Das gilt speziell auch für die
Bestandsgruppen in den Belziger Landschaftswiesen (Kreis
Potsdam-Mittelmark) und im Havelländischen Luch (Kreis Havelland), die
beide in Naturschutzgebieten liegen. Hier werden die Gelege- und
Kükenverluste infolge landwirtschaftlicher Aktivitäten weitgehend
ausgeschaltet.
Voraussetzung dafür sind eine intensive Beobachtungstätigkeit und eine
enge Zusammenarbeit mit den Landwirten zur Steuerung der
Managementmaßnahmen und Bewirtschaftungstermine.
Trotzdem bleibt in diesen Gebieten die Nachwuchsrate außerhalb der
fuchs- und marderhundsicheren Einzäunungen unter 0,1 Küken/Henne/Jahr.
Im Einstandsgebiet Havelländisches Luch, in dem seit 1997 keine
regelmäßigen Auswilderungen von Jungtrappen mehr erfolgten, ist der
Bestandszuwachs nur durch die
erfolgreichen Bruten von Trappenhennen innerhalb der Einzäunung möglich
geworden.
Dr. T. LANGGEMACH,
Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburgs, hat den
Bruterfolg ungeschützter und geschützter Trappenbruten im Havelland
verglichen:
Havelländisches Luch |
gefundene Gelege |
geschlüpfte Küken |
flügge Küken |
ohne Schutzzaun |
288 |
41 |
6 |
mit Schutzzaun |
293 |
116 |
72 |

Im Jahre 2007 war keine der ungeschützten Bruten erfolgreich!
Nur innerhalb von Einzäunungen wurden in den Belziger Landschaftwiesen
1, im Fiener Bruch 2 und im Havelländischen Luch 8 Jungtiere flügge. Im
Havelländischen Luch sind geschützte Bruten bereits seit 15 Jahren
möglich, eine erfreuliche Traditionsausbildung.
Die Aussage ist eindeutig. Der hohe Besatz, vor allem beim Fuchs und Marderhund,
verhindert in diesem und in den beiden anderen Einstandsgebieten eine bestandserhaltende Nachwuchsrate der Großtrappen.
Das trifft auch für die Brutnachbarn der Großtrappen zu, die gut untersuchten Arten Kiebitz und Brachvogel.
In „Vögel in Deutschland 2007“, erarbeitet vom DDA, dem Bundesamt für
Naturschutz und der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten,
wird festgestellt: „Entwässerungsmaßnahmen führten……auch zur
Ausbreitung von Raubsäugern…..“.
Die Hauptursachen für die massiven Verluste durch Prädatoren bleiben unerwähnt.
Für Ostdeutschland sind es in erster Linie nicht die
Entwässerungsprojekte, denn die waren großflächig bis etwa 1985
abgeschlossen. Im Gegenteil, die Zunahme der Verluste durch Prädation
erfolgte in den großen landwirtschaftlich geprägten Schutzgebieten
parallel zur Wiedervernässung dieser Gebiete ab 1990.
Es sind die rasante Ausbreitung der Neubürger Marderhund, Waschbär und
Mink sowie die starke Zunahme der Fuchsbestände durch eine veränderte
Strategie der Tollwutbekämpfung.
Bis 1990 wurde die Ausbreitung der Tollwut durch die massive
Reduzierung der Fuchsbestände eingedämmt. Trat sie dennoch in Abständen
auf, führte sie zusätzlich
zu empfindlichen Bestandsverlusten beim Fuchs.
Nach 1990 ändert sich in Ostdeutschland die Situation für den Fuchs grundsätzlich. 1990/91
erfolgte im Zusammenhang mit der Neuordnung des Jagdwesens kaum ein Fuchsabschuss.
Tausende Füchse blieben im Vergleich zu den Vorjahren am Leben und führten zu einem deutlichen Bestandsanstieg.
Gleichzeitig werden die Fuchsbestände durch die Einführung der
Immunisierung gegen Tollwut gefördert. Sie verhindert den großflächigen
Ausbruch der Krankheit und schützt damit Menschen und Nutztiere,
unterbindet aber auch bei den Raubwildarten die bestandssenkende
Wirkung von Tollwutepidemien.
Damit wird das am Beispiel der Großtrappen geschilderte Problem zur Überlebensfrage
für viele bestandsgefährdete Bodenbrüter in der Agrarlandschaft Mitteleuropas.
Die großflächigen Schutzgebiete für die Großtrappen zeigen, dass seit
15 Jahren Managementmaßnahmen im Zusammenwirken mit den Landwirten
alleine die Brutbestände nicht retten können.
[zurück] [home] [nach oben]
|